Wenn ihr das Heilige liebt und das Gewöhnliche verachtet, schaukelt ihr noch immer mitten im Ozean der Verblendung.

(Zen-Meister Linjii, 9. Jahrh.)

Regeln beim Zazen

 

 

 

Sitzmatten sind vorbereitet entlang der Außenseiten des Raums.

 

Wir betreten den Raum mit einer Verneigung am Eingang. Im Raum herrscht Schweigen. Wir gehen zu einem Platz. Verneigung zur Raummitte.

Wir setzen uns zur Mitte gewand und rezitieren das Herzsutra.

Danach setzen wir uns mit dem Gesicht zur Wand. Beim Gong Verneigung zur Wand, die 20 - minütige Meditation beginnt.

 

Die Sitzhaltung ist aufrecht, die Schultern entspannt, die Hände ruhen auf den Oberschenkeln oder ineinander gelegt im Schoß, die Daumenspitzen berühren sich.

Ende der Meditation durch den Gong. Verneigung zur Wand. Aufstehen, Umdrehen, Verneigung zum Raum.

 

Das 5 - minütige Gehen beginnt mit der Ansage Kinhin". Nach dem Klacken der Hölzer beginnen wir rechts herum mit dem langsamen Schreiten, die Hände halten wir ineinander gelegt vor dem Bauch.

 

Das erneute Klacken der Hölzer beendet das Gehen. Wir gehen noch zwei Runden schnell und begeben uns wieder zu unserem Platz. Die zweite Meditationsphase beginnt wieder mit der Verneigung zum Raum, Setzen….

Ende der Meditation durch den Gong, wieder Verneigung im Sitzen, dann zum Raum. Wir verlassen den Raum mit einer Verneigung am Eingang in Richtung Raum.

Das Sitzen ist in jeder Form möglich, sowohl auf dem Boden, einem Kissen, einer Bank oder einem Stuhl.

 

Das Verneigen ist immer eine Respektbekundung, vor dem leeren Raum, vor den Anderen und schließlich vor uns selbst.

Auch die Gehmeditation wird mit der gleichen Achtsamkeit wie das Sitzen durchgeführt. Es ist ein langsames fließendes Schreiten in Achtsamkeit. Die Wendepunkte an den Ecken des Raums symbolisieren die Momente in unserem Leben, wo wir neue Richtungen einschlagen, um unseren Weg weiter zu gehen.

Meditationsraum

Zazen – Einführende Worte

 

 

Von Buddha stammt der Ausspruch: "Deine Gedanken sind wie eine Horde Affen, sie zu bändigen ist deine Aufgabe".

 

Sitzen in der Stille heißt:

Wir konzentrieren uns auf den Atem und beobachten ihn. Auch ein Ton, den man innerlich hört oder eine kurze Gebetsformel sind möglich.

 

Durch die ständige Wiederholung ergibt sich ein Rhythmus, der wie von selbst geschieht. Langsam können wir diese Fokussierung loslassen.

 

Die aufsteigenden Gedanken werden begrüßt wie das Kollern in unserem Darm, wir schauen sie an, hängen uns nicht an sie und lassen sie ziehen wie die Wolken am Himmel oder die treibenden Blätter auf einem Bach.

 

Kierkegaard sagt: "Als mein Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde, da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen. Zuletzt wurde ich ganz still. Ich wurde, was womöglich noch ein größerer Gegensatz zum Reden ist, ein Hörer. Ich meinte erst, Beten sei Reden. Ich lernte aber, dass Beten nicht nur Schweigen ist, sondern Hören. So ist es: Beten heißt nicht, sich selbst reden hören. Beten heißt: still werden und still sein und warten, bis der betende Gott spricht".

 

Mit der Übung soll kein Ziel erreicht werden.

Das Sitzen selbst genügt sich. Wir sind in der Achtsamkeit, der Wachheit und Präsenz für den Augenblick.

 

Die Übung findet nie ein Ende, sie geht nach und nach in Fleisch und Blut über und begleitet uns im Alltag bei allem, was wir tun. Achtsamkeit und Hingabe an das Jetzt, an den Augenblick durchdringt unser Leben immer stärker.

 

Unsere Tätigkeiten werden immer weniger unterschieden in lästig oder angenehm, es gibt keinen geringeren oder wichtigeren Moment.


Zazen findet jeden Donnerstag von 18.15 - 19.20 Uhr in der Holtgarde 47 statt.

Anmeldung unter 02368 53117